Profi-Radsport wieder in aller Munde …

Mit Spaß bei der Sache.

Mit Spaß bei der Sache.

Hallo Leute,

mir ist aufgefallen, dass in vielen Radsport Zeitschriften die Erfolge im Frühjahr von John Degenkolb große Beachtung finden. Seit diesem Jahr gibt es wieder ein deutsches Team, Team Giant Alpecin, in der obersten Profi Liga des Radsports.
Nach dem Ausstieg von Telekom, wegen verschiedenen Dopingfällen bei den Profis, im Jahre 2007 ging es für den deutschen Radsport steil bergab. Was war passiert? Man verschärfte auf Druck der Medien, die Kontrollen und dadurch fielen einige Fahrer auf. Dann folgte schlechtes Krisenmanagement durch die Verbände, insbesondere vom Weltradsportverband, der UCI. Was dann kam, kam einer Hexenjagt gleich. Jan Ullrich und seine Teamkollegen, wie z.B. Rolf Aldag, Udo Bölts Erik Zabel wurden von den Medien geächtet. Besonders Jan Ullrich musste richtig leiden. Man hatte den Eindruck, erst wenn er ganz unten ist, gibt man Ruhe. Fast hätte man es ja auch geschafft. Jahre lang wurde den deutschen Fahrern zugejubelt. In Politik, Medien und Verbänden zeigte man sich gerne mit den deutschen Profis und besonders gerne mit Jan Ullrich. Interessant finde ich, dass niemand was in Sachen Doping ahnte. Sind es doch alles Fach Journalisten im Leistungssport. Die Ärzte welche das Doping verabreichten, die ahnungslosen Sponsoren, keiner wusste was. Nur die Sportler. Was war wenn Jan Ullrich die Tour nicht gewann, sondern NUR zweiter wurde. Er wurde öffentlich angegriffen und mit Vorwürfen mangelnder Einstellung zum Sport konfrontiert.
Unsere Gesellschaft soll bloß nicht glauben, dass nur im Radsport gedopt wird oder besser gedopt wurde. Und soll ich euch was sagen, die echten Sportfans wissen das auch, dass der Leistungssport im allgemeinen nicht immer sauber ist. Mein Eindruck ist, dass die Medien hier einseitig berichten bzw. recherchieren.
Für mich waren und sind diese Profis dieser “dunklen” Zeit immer noch Helden. Es wäre schön, wenn der Sport seiner Vorbildfunktion gerecht werden würde und ohne Doping und Betrug auskommen könnte. Aber das wird sehr schwierig, da in vielen Sportarten sehr, sehr viel Geld im Spiel ist. Ich erinnere z.B. nur an die Wettmafia im Fußball. Spieler, Schiedsrichter sind käuflich, um Spielergebnisse zugunsten der Wettmafia zu manipulieren. Und medizinische Wunder im Fußball sind auch kein Problem.
Aber nun zur Gegenwart, Radprofis wie Marcel Kittel, Toni Martin, Andre Greipel und nun aktuell John Degenkolb stehen für einen sauberen Sport ein und sind auch sehr erfolgreich. Sie haben die öffentlich rechtlichen Medien wohl wieder überzeugt, Radsport wieder mehr in den Fokus der Berichterstattung zu stellen. Natürlich gibt es immer wieder Fragen zum Thema Doping. Das ist auch berechtigt im Rahmen einer ausgeglichenen Berichterstattung. Nur sollte man alle Sportarten gleich behandeln. Das sollte der Informationspflicht der Medien, besonders der öffentlich rechtlichen besonders wichtig sein, um glaubwürdig zu wirken.
In der Öffentlichkeit hat der Radsport jedenfalls nur wenig an seiner Popularität verloren, trotz immer wiederkehrenden Negativnachrichten. Es gibt nur noch eine Rundfahrt in Deutschland, die Bayern Rundfahrt. Dort ist das Zuschauer Interesse an der Strecke ungebrochen.
Die ARD wird in diesem Jahr wieder die Tour übertragen. Sie werden ganz genau hinschauen, hatte man schon ARD seits erwähnt. Das ist gut, aber bitte nicht immer die Leistungen in Frage stellen und wenn es nicht zum Sieg reicht, fragen warum kein Sieg. Immerhin bringen alle Fahrer eine tolle Leistung und Radsport ist Mannschaftssport. Oder hat bei der Fußball WM mal jemand darüber gesprochen, dass der Torschütze das Spiel alleine gewonnen hat?
Ich freue mich jedenfalls über die Erfolge der deutschen Radprofis und die Erfolge von John Degenkolb in diesem Frühjahr bei den Monumenten, wie Mailand San Remo und dem Klassiker, Paris Roubaix. Etappensiege bei der Bayern Rundfahrt und einiges mehr. Im Juli ist dann die Tour de France wieder der Höhepunkt für die Profis und Radsportfans. Das wird wohl wieder ein Fest. Letztes Jahr konnten wir sieben Etappensiege durch deutsche Profis erleben. Nun bleibt nur noch eins, wir sollten nicht erwarten, dass das noch gesteigert wird. Vielleicht sind es dieses Jahr nur zwei Siege. Aber so ist der Sport, man verliert und man gewinnt eben mal.
In diesem Sinne freue ich mich auf Pfingsten und werde die beiden Tage zum Radfahren, ohne Beobachtung durch Medien und Druck, ausgiebig nutzen. 😉

Wünsche allen schöne Pfingstfeiertage und eine gute Zeit.

Grüße Hans

Noch was in eigener Sache:
Ich muss mal meine Frau Annette erwähnen welche sich immer als Lektor und Korrektur Leser als sehr hilfreich erweist.
Auch bedanke ich mich beim Team Giant Alpecin, für den Zugang zu dem Medienbereich.

Ferner möchte ich betonen, das dieser Artikel meinen persönlichen Eindruck und meine Meinung wieder spiegelt.

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