Wie ticken Radsportler?

Radfahren macht Spaß

Hallo Leute,

heute versuch ich euch “mal wieder” die Radsportler etwas näher zu bringen. Also es ist nicht nur so, dass diese mit ihren Rennrädern auf der Straße die Autofahrer massiv behindern und diese in ihrem gewohnten Fahrfluss gefährden. 😉 Nein, es ist eine ganz besondere Spezies Mensch. Welcher normal denkende Mensch kauft sich ein Rennrad für tausende Euro und fährt bei Regen und auch bei Eiseskälte einsam oder mit Gleichgesinnten mehr als 100 Kilometer. Oder kommt auf die Idee mit dem Rennrad die Alpen zu überqueren. Nicht auf dem kürzesten Weg … nein nein … sondern mit den steilsten und geilsten Pässen. Es sind Menschen die sehr oft die widrigen Bedingungen wie Wind, Regen und Kälte, stoisch ertragen. Nach der Fahrt freuen sie sich, egal wie schlimm es war, wieder auf den nächsten Ritt.

Das Rennrad und sein Fahrer eine Einheit

So ein Rennrad Fahrer ist mit seinem Sportgerät, einem mechanischem Wunderwerk seiner Erbauer, eins. Trotz heutigem Hightech in Form von Carbon Rahmen und elektronischen Schaltungen steckt in so einer Rennmaschine sehr viel Leidenschaft. Das kommt auch daher, dass im Radsport viel Wert auf Tradition gelegt wird. Schon in frühen Jahren entwickelte sich die Technik immer weiter. Schaltungen wurden eingeführt. Immer leichter und eleganter wurde die Technik. Es war und ist auch Kult. Kunstvolle Rahmen wurden in Stahl von Hand gelötet. Die Italiener beispielweise, zauberten bis in die späten 90er Jahre, wahre Kunstwerke in Stahl und Chrom hervor. Für das ein oder andere Lackdesign wurde auch mal ein Modedesigner engagiert. Tatsache!
Kontaktiert mit den Füßen an den Pedalen, mit den Händen am Lenker und dem Gesäß auf dem Sattel, ist der Fahrer eins mit seiner Maschine. Er liebt sein Sportgerät, was man auch daran erkennt, dass es immer top gepflegt ist und technisch einwandfrei in Schuss. In Italien, eines der Mutterländer des Radsports, legt der Freizeit Radsportler immer sehr großen Wert auf eine “Bella Figura” auf dem Rad. Elegant mit einer leichten, wie die Franzosen sagen, „ a la souplesse ” , sollen die Beine die Kurbel drehen. Es soll ein elegantes Gesamtbild ergeben. Das ist natürlich bei uns und in der übrigen Radsportgemeinde weltweit nicht anders. Am Treff bei den Kollegen mit einem sauberen Rad und dazu passendem Outfit zu erscheinen, ist selbstverständlich. Es gibt da durchaus auch Ausnahmen. Aber ich rede ja von echten Radsportlern. 😉

Die Einstellung zum Sport und Fahrer Kollegen

Die Rennradfahrer sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Man kennt sich in der Szene und man respektiert sich. Bei gemeinsamen Touren wird entspannt und bei einem angenehmen Tempo gerne gefachsimpelt. Oder über alles, was so in der Welt passiert, sinniert. Es kann auch vorkommen, dass uns der Hafer sticht und es mit uns durch geht. Dabei kann die gemütliche Runde schnell in einen Kampf, Mann gegen Mann, ausarten. Am Berg wird gnadenlos aussortiert … es wird sich auf dem Rad gemessen. Immer in gegenseitiger Achtung und sportlicher Fairness. Nachdem die Reihenfolge am Gipfel feststeht, geht es gemeinsam weiter als wäre nichts gewesen. Niemand kostet seinen Triumpf aus. Es gilt das Motto, mal gewinnt man, mal verliert man.

Und bei den Profis?

Ähnliches kann man auch bei den Profis beobachten. Radsport ist eine Mannschaftssportart. Der Leihe erkennt das nicht so leicht. Aber so ist es, bei allen Profirennen starten Mannschaften. Die fahren für ihren Kapitän. Der Kapitän ist der Spitzenfahrer in der Mannschaft. Für ihn wird gefahren. Er wird aus dem Wind gehalten, im Peloton von meist 180 Fahrern auch beschützt. Beim Zieleinlauf wird der Kapitän quasi von der Mannschaft auf die Ziel Gerade pilotiert. Die letzten 100 Meter kämpfen nun die Sprinterkapitäne um den Sieg für die Mannschaft. Ähnlich ist es bei Hochgebirgsetappen. Die Mannschaft hält die Konkurrenten in Schach und die Helfer opfern sich bergan für ihren Kapitän, welcher bei Etappenrennen den Gesamtsieg im Blick hat. Nach der Arbeit für ihren Kapitän fallen die Helfer erschöpft zurück.
Bei den anschließenden Siegerinterviews erwähnt der Sieger / Kapitän immer wieder die Mannschaftsleistung und bedankt sich für die gute Arbeit. Tradition im Radsport hat auch die Fairness. Bedeutet zum Beispiel bei der Tour de France, stürzt der Führende im gelben Trikot oder hat einen Defekt, neutralisieren seine direkten Konkurrenten das Rennen, bis er wieder im Rennen ist. Es ist sehr verpönt, sich aus dem Unglück des Führenden, einen Vorteil zu verschaffen. Die Siegprämien werden übrigens nicht vom Sieger alleine eingestrichen. Diese werden anteilig unter der Mannschaft, Mechaniker und Pfleger aufgeteilt. Denke hierauf werde ich noch mal genauer in zukünftigen Beiträgen eingehen.

Ja so ist das im Radsport

Ja so ist das, Radsport hat Tradition und wird mit Leidenschaft aber auch Respekt betrieben. Wenn man bedenkt, welche Strapazen Profis oder auch manche Freizeitsportler auf sich nehmen und was sie dabei verdienen oder ernten. Es ist monetär nicht so zu messen. Aber dieser Sport gibt einem eine innere Zufriedenheit und Seelenruhe. Glaubt mir, ich weiß es, ich mache es schon fast 30 Jahre. Hoffe ich konnte euch alle ein wenig für meinen wundervollen Sport wieder etwas begeistern. Das ist immer mein Ziel mit diesen Beiträgen.

Grüße Hans


 

Eine Sammlung der Eindrücke mit dem Rennrad

 

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